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Eine kleine Schnecke namens Thyca

© Text und Bilder Thomas Tögel Rieros Miniriff

Wer kennt es nicht, vor seinem kleinen Meerwasser-Biotop zu sitzen, seine Pfleglinge zu beobachten, wie die Fische untereinander harmonieren, Gorgonien sich sanft in der Strömung biegen, Korallen ihre volle Farbpracht zeigen, Verhalten und Beobachten der vielen Wirbellosen wie Krabben, Garnelen und Einsiedler.

Ja, wer kennt nicht den Moment, wo man auf einmal was neues in seinem kleinen Riff entdeckt. Etwas, was man noch einer Gattung zuordnen kann, jedoch dennoch nicht weiß, was es letztendlich ist.

Neugierig geworden, wird sich auf die Suche gemacht, Literatur gewälzt, das I-Net durchsucht, um den Namen des Tieres herauszubekommen. Aber meistens interessiert nicht nur der Name des Tieres, sondern auch dessen Gewohnheiten, ihr Verhalten, von was sie sich ernähren, ob gut oder doch ein Schädling, Symbiosetier oder Parasit.

All diese Fragen wollen wir natürlich geklärt haben, entscheidet dies doch letztendlich auch, ob dieses Tier nicht in einem Artenbecken besser aufgehoben wäre oder ob es eine Bereicherung für unser Miniriff darstellt. Ob es spezielle Nahrung braucht, in wie weit haltbar es in unseren heimischen Riff ist.
Auch ich musste mich schon mal der Frage stellen: Was ist das?

Eines Tages entdeckte ich auf einer meiner Schnecken, in diesem falle auf einer Turbo brunneus ein muschelförmiges Gehäuse.

Okay, ne Muschel. Ich meine mal, wer hat in seinem Becken keine kleinen Muscheln, die durch Lebende Steine oder Tiere wie halt in diesem Falle die Schnecke, ins Becken kommen. Ich suchte zwar damals in verschiedenen Büchern und im Net nach Muscheln, die wie meine aussehen, aber leider erfolglos.

Die Zeit verging, aus einer unbekannten Muschel wurden 2, eine andere Turbo brunneus hatte schon 3 dieser Muscheln auf ihren Gehäuse, als ich Abends eine neue Entdeckung machte. Die Muschelschalen öffneten sich und etwas schwarzes Langes streckte sich weit aus dem Gehäuse raus. Ziemlich ungewöhnlich für eine Muschel, und nun war auch mein Ehrgeiz wieder gepackt, herauszufinden, was es nun eigentlich ist.

Wieder wurde Fachliteratur gewälzt, im Net gesucht, und letztendlich bekam ich meine ersten Hinweise von Iris Bönig und Andre Luty.

In diesem Falle handelte es sich nicht, wie von mir irrtümlicherweise angenommen, um eine Muschel, sondern vielmehr um eine Schnecke der Familie EULIMIDAE, einer kleinen parasitär lebenden Schnecke namens Thyca.

Natürlich wollte ich nun mehr wissen, auch in den Bezug auf den Parasitismus dieser Schnecke, die eigentlich sehr interessant aussieht, vor allem, wenn sie mit dem schwarzen Rüssel auf Nahrungssuche ist.

Leider ist zu dieser Gattung nicht viel zu finden, von den zahlreichen Bildmaterial mal abgesehen, und so hab ich mir aus dem wenigen zur Verfügung stehenden, ein Bild dieser Schnecke gemacht, vor allem bezüglich der Artenbeschreibung und Ihrer Ernährung.

Die Schnecke gehört der Familie der EULIMIDAE an und unterscheidet sich in 4 Arten namens Thyca astericola, Thyca callista, Thyca crystallina und Thyca ectoconcha.
Im Gegensatz zu den meisten Schneckenarten besitzen sie ein kappen förmiges Gehäuse, dass ehr an die Form einer Muschel mit zahlreichen Rippelungen erinnert.

Häufig zu finden sind diese Thyca-Schnecken auf der Unterseite von Seesternen, besonders der Linckia Arten, wo sie in einem parasitären Stadium leben. Hierbei sitzen sie meist auf oder neben der Ambulakralfurche des Seesterns und stecken ihren Rüssel in derselben und saugen Gewebe und Körperflüssigkeit des Wirtes auf.

Anzutreffen sind diese Schnecken meist paarweise, wobei es aber auch zu einem dichten Besatz des Wirtes kommen kann.

Auch wenn die Thyca-Schnecke den Wirt durch ihren parasitären Befall nicht lebensbedrohlich schädigt, wirkt sie sich doch negativ auf das Wohlbefinden, der Fortpflanzung und bei starken Befall auf die Lebensdauer aus.

Aber nicht nur Seesterne werden befallen, sondern auch auf Haarsternen, Seegurken, Muscheln, Seeigeln und Schnecken kann man diese Parasiten finden. Auf einem Lanzenseeigel, den ich mir kürzlich für mein Riff gekauft hatte, entdeckte ich an einer Lanze eine kleine Thyca Schnecke.

Leider ist zu dieser Gattung nicht viel zu finden, von den zahlreichen Bildmaterial mal abgesehen, und so hab ich mir aus dem wenigen zur Verfügung stehenden, ein Bild dieser Schnecke gemacht, vor allem bezüglich der Artenbeschreibung und Ihrer Ernährung.

Die Schnecke gehört der Familie der EULIMIDAE an und unterscheidet sich in 4 Arten namens Thyca astericola, Thyca callista, Thyca crystallina und Thyca ectoconcha. Im Gegensatz zu den meisten Schneckenarten besitzen sie ein kappen förmiges Gehäuse, dass ehr an die Form einer Muschel mit zahlreichen Rippelungen erinnert.

Wobei sich mir wieder die Frage stellt, wie die Thyca da hinkommt.

Eine Erklärung könnte sein, dass diese Thyca ein stationärer Parasit ist, der seinem Wirtstier treu bleibt und nur bei engen Kontakt den Wirt wechselt oder beim Tode des Wirtstieres sich an einen anderen möglichen Wirt hängt.

Anmerken möchte ich nun zum Schluss noch, wer sich Seesterne kauft, sollte sich diesen genau anschauen und bei einem parasitären Befall durch die Thyca-Schnecken ehr von diesem Tier Abstand halten. Ein Parasitenbefall ist gerade für die Seesterne ein zusätzlicher Stressfaktor und birgt ein zusätzliches Risiko. Eine dauerhafte Haltung der Seesterne ist dadurch gefährdet.

Bei einigen Tieren, wie zB. auf Muscheln, Schneckenhäusern oder wie in diesem Fall auf dem Lanzenseeigel, wo sich die Thyca Schnecke auf einer lanze festgesetzt hat, kann man die Thyca Schnecke mit sicherheit entfernen, ohne den Wirt dabei zu schädigen. Bei den Seesternen aber sieht es etwas anders aus, da die Thyca Schnecken meist mit den Wirt selber fest verbunden ist. Diese hier zu entfernen würde den Seestern mehr schädigen, als es von nutzen wäre.

(Quellen, siehe auch Meerwasser-Aquarianer 2/2008)


Der Seestern Linckia Multifora

Haltung, Pflege und Vermehrung © Text und Bilder Thomas Tögel Rieros Miniriff

Haltung & Pflege.

Seesterne zu halten setzt voraus, ihnen das richtige Futter im Riffaquarium bieten zu können, welches aber bei einigen Seesternarten als recht schwierig anzusehen ist, da sie oftmals nicht das Nahrungsangebot wie im Meer vorfinden. Hier kommt es dann oft aufgrund der fehlenden Nahrung zum Sterben der Seesterne.

Dieser Seestern erreicht einen Durchmesser von ca. 15 cm, bleibt also wesentlich kleiner als die meisten Linckia Arten und ist somit auch für kleinere Riffbecken geeignet.

Jedoch sollte dies nicht falsch verstanden werden, mit kleineren Riffbecken sind nicht die Nanoaquariums gemeint, sondern eher Miniriffe von ca. 200 - 300 L aufwärts. Je größer die Becken sind, je länger die Standzeit, mit einer gut ausgeprägten reichlichen Microfauna & Flora, um so größer ist die Chance Seesterne, die als Nahrungsspezialisten gelten, über einen Längeren Zeitraum zu Pflegen.

Um seinen Nahrungsansprüchen gerecht zu werden, sollte das Riffbecken mit viel Lebendgestein aufgebaut werden,so das eine reichliche Microfauna und Flora gewährleistet werden kann. Ernährung erfolgt durch organischen Detritus und Aas, sowie hauptsächlich von Algenaufwuchs und Kleinstorganismen.(Mikroskopischen Wirbellosen, die in den Algen leben.) Ersatzfutter wird, wenn überhaupt, nur recht zögerlich angenommen. Da er weder Korallen noch grössere Wirbellose schädigt, ist er somit hervorragend für ein gemischtes Riffaquarium geeignet.

Dieser Seestern, wie viele anderen Tiere auch, ist als etwas sehr Transportempfindlich einzustufen. ( enormer Stress beim Transport ) Daher ist es unbedingt wichtig, ihn vorsichtig und langsam zu akklimatisieren. Linckia M. ist ein Freilaicher, wobei eine vegetative Vermehrung ausgesprochen üblicher ist. Hierbei wirft er freiwillig seine Arme ab, die in kurzer Zeit eine neue Mundscheibe sowie neue Arme bilden. Aufgrund der vielen vegetativen Vermehrung des Seesternes trifft man sie mit verschiedenen langen Armen sowie verschiedener Anzahl der Arme an.

Vermehrung.

Seesterne hatte ich eigentlich genug im Becken, wenn man es von der Seite der Asterinas aus sehen würde.

Dennoch war es für mich ein Reiz,es auch mal mit einem anderen Seestern der größeren Gattung zu probieren. Eine Weile ist es schon her, genauer gesagt ca. 23 Monate,als ich einen Seestern L Multifora ins Riff einsetzte.

Der Seestern lebte nun in meinem Riff und ich hoffte natürlich,das für seine Bedürfnisse genug Futterangebot vorhanden war. Er versteckte sich teils im Riff und war einige Tage verschwunden, dann tauchte er unmittelbar wieder auf und man konnte ihn einige Zeit lang beobachten, ehe er wieder verschwand. Dennoch war ich etwas erschrocken und gleichzeitig auch etwas ratlos, als ich ihn eines Tages, als er sich an der Scheibe langbewegte, in seinem Zustand sah. Es fehlten ihm 2 Arme.

Was war passiert, dass sich dieser Seestern von den Armen anfangend zersetzt hatte???? Liegt es an Nahrungsmangel, ist er an die Luft gekommen oder gibt es jemanden im Becken, der ihn geschädigt hat????? Fragen, die einen natürlich erstmal etwas beschäftigen, was hier passiert sein könnte. Die zweite ungewöhnliche Sache an diesem Tage war das auftauchen dieses Teils, nennen wir es den Arm ohne Körper.

Deutlich ist die Abtrennstelle des Armes vom Seestern zu sehen. Zweifellos, es war wirklich ein Arm des Seesternes, der da so seelenruhig über die Frontscheibe marschierte und mich im ersten Moment sprachlos werden ließ.

Wie war so etwas möglich? Wie konnte es dazu kommen?

Schauen wir uns das mal etwas genauer an.

Seesterne besitzen ein recht hohes Regenerationsvermögen, was ihnen ermöglicht, verlorene Körperteile vollständig zu regenerieren. Leider muß man aber an dieser Stelle auch erwähnen,das viele Seesterne mit Verletzungen/Beschädigungen trotzt ihrer hohen Regenerationsfähigkeit oft unter Aquarienbedingungen nicht ausheilen und diese Seesterne letztendlich sterben.

Einige Arten der Seesterne haben sich nun das Regenerationsvermögen zu ihren Nutzen gemacht, um sich ungeschlechtlich zu Vermehren. Das beste Beispiel der ungeschlechtlichen Vermehrung kennen wir von den Gänsefußseesternen, die durch lebenden Steine in unseren Riffaquarium kommen. Diese Gänsefußseesterne teilen sich nun mitten durch die Mundscheibe, und nach einiger Zeit entwickeln die beiden Teilstücke die fehlenden Teile komplett nach. Wichtig hierbei ist, dass bei den Teilstücken mindestens ein fünftel der Mundscheibe erhalten bleibt. Aufgrund dieser ungeschlechtlichen Vermehrung der Gänsefußseesterne, können wir immer wieder Individuen im Aquarium sehen, die statt der gewohnten 5 Arme meistens 6 bis 8 oder mehr Arme besitzen.

Diese ungeschlechtliche Vermehrung von Seesternen kennt man besser unter dem Begriff ASEXUELLE VERMEHRUNG.

Aber wie sieht es in diesem Falle mit dem Linckia aus, der seine Arme abgeworfen hat und diese Arme keine Mundscheibe besitzen?

In der Gattung Linckia findet man die einzigartige Eigenschaft, dass sie ihre Arme ohne einem Mundteil abwerfen können. Das die Arme ohne Mundscheibe überleben können, liegt in diesem Zusammenhang an der Verteilung der Organe des Seesternes. Bei dem Vorgang der ungeschlechtigen Vermehrung sitzen die lebenswichtigen Organe in den Armen des Seesternes, so das ein Weiterleben ohne Mundscheibe möglich ist.

Die abgeworfenen Arme regenerieren in kurzer Zeit eine neue Mundscheibe, sowie alle anderen Arme. Diese Teile, die aus einem Arm einen neuen kompletten Körper entwickeln können, kennt man besser unter den Begriff KOMETEN.  Aufgrund der asexuellen Vermehrung können natürlich auch hier Individuen hervorkommen, die mit unterschiedlicher Arm-Anzahl angetroffen werden.

Insgesamt sind es nun 3 Kometen, die bei mir im Becken leben und sich ohne Berücksichtigung desZeitablaufes unterschiedlich entwickeln. Die Regeneration der einzelnen Kometen erfolgte bis zur Neubildung der Mundscheibe schnell, danach scheint mir aber das Wachstum der Kometen zu verlangsamen, so wird es wohl einige Zeit unter Aquariumbedingungen dauern, bis sich diese Kometen wieder zu vollwärtigen Seesterenen regeneriert haben. Der Seestern lebt nun schon fast 2 Jahre hier im Riff und ich wünsche mir natürlich, dass er mich noch recht lange mit seiner Anwesenheit erfreut und mich evt. irgendwann auch wieder mit neuen Kometen überascht.

Entwicklungsstadium eines Kometen vom Abwurf des Armes bis zum heutigen Stand.

 

 

 

 


Aus eins mach zwei, die Teilung einer Kupferanemone

 

© Text und Bilder Achim Schell

 

Hallo zusammen,

 

da meine Entacmea gerade günstig plaziert rumhing, möchte ich Euch hier mal ein paar Fotos von der Teilung zeigen.

 

Meine Entacmea hatte sich innerhalb eines halben Jahres von einem "Anemönchen" zu einem echten Prachtexemplar entwickelt.

 

Die Teilung hat schon begonnen; unten sitzt das "Muttertier"; der obere Teil hat sich schon teilweise abgelöst. Schön zu sehen ist auch, wie sich das Muttertier mit einem Teil seines Fußes (unterhalb der "Tochter" auf dem Bild zu sehen) auf einem zweiten Stein abstützt, um besser ziehen zu können.

 

Die Verbindung wird immer schmaler

 

und das Tier fängt an, ein kleines Loch zu reißen

 

das schnell größer wird

 

etwa eine halbe Stunde später sind beide Tiere nur noch mit dünnen Streifen miteinander verbunden

 

weitere 20 Minuten später ist nur noch ein dünner Fetzen übrig

 

Geschafft!! Wir sehen noch ein wenig mitgenommen aus, aber so eine Geburt ist ja auch anstrengend

 

Wenige Stunden später ist dieses Bild entstanden; beide sind wieder wohlauf; und der A. frenatus muss sich noch entscheiden, wo er denn in Zukunft wohnen möchte.

Interessant war es auch zu beobachten, wie in der Endphase der Teilung die mitbewohnenden A. frenatus "mitgeholfen" haben, indem sie permanent an den dünnen Resten geknabbert haben. Ob das Geburtshilfe war oder einfach nur gut geschmeckt hat, kann ich euch nicht sagen.

So, ich hoffe, dass das für Euch ein wenig interessant war.

 

Grüße Achim

 



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Harald Ebert  

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